Zusätzlich zu den Anrufen werfen auch Ereignisse rund um den 11. November 2011 neue Schatten auf die damalige Aufarbeitung. An diesem Tag, nur eine Woche nach dem Tod von Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt, wurden im Bundesamt für Verfassungsschutz in Köln mehrere Akten vernichtet. Der verantwortliche Beamte Axel Minrath, Deckname Lothar Lingen, hatte später eingeräumt, mit dem Schreddern “Schaden zum Nachteil des BfV abwenden” zu wollen.

Ein weiterer Vorfall betrifft die Datenanalyse von Zschäpes Mobiltelefonen. Wie die “Bild”-Zeitung aus einem Vernehmungsprotokoll zitiert, soll ein Beamter des Bundeskriminalamts (BKA) versucht haben, die bei der Bundespolizei gesicherten Daten zu löschen – offenbar auf direkte Anweisung aus dem BKA selbst. Die Daten konnten letztlich noch gesichert werden, bis heute ist aber nicht klar, welche Kontakte oder Informationen in den gelöschten Daten enthalten waren. Der zuständige Abteilungsleiter äußerte demnach den Verdacht, dass es einen V-Mann oder einen direkten Kontakt in Zschäpes Umfeld gegeben haben könnte.

Hervorhebungen von mir. Wieso wundert sowas einen nicht mehr?